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BAUSPAREN – Krankenschein fürs Haus

Jeder dritte Deutsche ist ein Spießer. Zumindest wenn man Bausparen als Maßstab nimmt. Damit schlägt diese Sparform beinahe jede andere Sparanlage. Doch längst nicht jeder Bausparer hat gleich konkrete Pläne fürs eigene Heim. Macht nichts.

Nie war es so cool, uncool zu sein. Die staatliche Förderung macht Bausparen auch für all jene attraktiv, die nach der Ansparphase kein Darlehen möchten, sondern nur auf hohe Renditen aus sind. Doch auch Hauseigentümer können ihr Spießerdasein mit Bausparen abrunden – als Krankenschein fürs Haus.

Privat-Police für große und kleine Wehwehchen

Wer als Renditesparer auf das Darlehen verzichtet, wird belohnt. Meist erhält er nämlich einen Zinsbonus und bekommt oft die Abschlussgebühren erlassen. Doch Geduld. Vor Auszahlung des Guthabens muss man mindestens sieben Jahre warten, sonst verfällt nachträglich der Anspruch auf staatliche Förderung. Behalten darf das Geld nur, wer es zum Kaufen, Bauen oder Modernisieren einer Immobilien verwendet. Die Trumpfkarte für Eigentümer. Sie können jederzeit nach Bedarf Geld vom Bausparkonto abzwacken, um damit fällige Reparaturen und Modernisierungen am Eigenheim vorzunehmen. Denn jeder Bauherr kennt das: Trotz sorgfältiger Planung verschlingt das Haus mehr Geld als vorgesehen. Oder es treten nach dem Einzug plötzlich Kinderkrankheiten wie feuchte Wände oder wacklige Türen auf. Da kommt das Bausparguthaben gerade richtig. So wird der Bausparvertrag zum Krankenschein fürs Haus.

Das Bausparprinzip: Einer für alle, alle für einen

Das Prinzip des Bausparens ist simpel: Bauwillige schließen sich zusammen und stecken sinnbildlich Monat für Monat einen bestimmten Betrag in einen großen Topf. Wenn der Bausparer genügend eingezahlt hat – meist 40 bis 50 Prozent der vorher festgelegten Bausparsumme – erhält er sein Angespartes nebst Zinsen zurück und darf zusätzlich einen zinsgünstiges Baudarlehen in Anspruch nehmen. Somit füllt er sein Baugeld um den Betrag auf, der ihm noch zur Bausparsumme fehlt. Der Darlehenszins wird bereits beim Abschluss des Bausparvertrages festgelegt. Das gibt Planungssicherheit. Da aber die anderen Bausparer nicht allzu lange auf ihren Anteil aus dem Spartopf warten wollen, muss ein Bauspardarlehen relativ schnell zurückgezahlt werden – meist schon nach gut zehn Jahren nach Zuteilung. Als alleinige Baufinanzierung ist das unpraktisch. Die Ergänzung mit einem Hypothekendarlehen ist deshalb meist der Standard.

Gerade im Zinstief sind Hypodarlehen verlockend und nicht wenige Häuslebauer möchten ihre eigenen vier Wände ausschließlich damit finanzieren. Wer dabei nur auf den niedrigen Zins schielt, geht jedoch ein Risiko ein. „Die Phase niedriger Kapitalmarktzinsen ist nicht von unbegrenzter Dauer“, sagt Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Ein Hypothekendarlehen kann über 30 Jahre laufen – Zinsverlauf ungewiss. Vorteil Bausparer, denn: „Der Bausparvertrag sichert den Bausparer gegen das Risiko wieder steigender Darlehenszinsen in der Zukunft ab“, weiß Bauspar-Experte Zehnder.

Der Staat hilft

So können sich Bausparer aus dem Staatssäckel bedienen: Auf Einzahlungen von bis zu 512 Euro (Ehepaare 1.024 Euro) im Jahr erhalten Bausparer 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie. Das zu versteuernde Einkommen darf dann allerdings nicht mehr als 25.600 Euro (Ehepaare 51.200 Euro) im Jahr betragen. Zusätzlich zur Wohnungsbauprämie können Arbeitnehmer jährlich vom Staat eine Sparzulage von 9 Prozent auf vermögenswirksame Leistungen von maximal 470 Euro erhalten, die vom Arbeitgeber auf das Bausparkonto eingezahlt werden. Die Einkommensgrenze hierbei ist allerdings strikter. Das zu versteuerndes Jahreseinkommen darf bei Alleinstehenden 17.900 Euro und bei Verheirateten 35.800 Euro nicht überschreiten. Wichtig: Das zu versteuernde Einkommen muss nicht mit dem Bruttoeinkommen identisch sein. Werbungskosten, Kinderfreibeträge oder andere Abzüge können es noch schmälern.

Tipps:

  • Mixen Sie sinnvoll bei Baufinanzierung mit Bausparvertrag und Hypothekendarlehen. Vorteil Hypothekenzins: lange Laufzeit. Vorteil Bauspardarlehen: Der Zins steht vorher für die gesamte Tilgungsperiode fest.
  • Bausparen ohne Bauen: Wer aufs Bauspardarlehen verzichtet, bekommt einen Zinsbonus von 1 bis 3 Prozent. Oft werden auch Abschlussgebühren erlassen. Renditen von über sicheren 5 Prozent sind möglich.
  • Versichern Sie Ihr Heim mit einem Bausparvertrag. Geld für Renovierungen, Heizungswartung oder Parkettverlegung oder auch für einen altersgerechten Umbau ist dann kein Problem. Für Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten können Sie immer Geld aus dem Bausparvertrag entnehmen, ohne die staatliche Förderung zu verlieren.

Stand: Dezember 2009, alle Angaben ohne Gewähr

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