Das System in Schwierigkeiten: Die Finanzkrise

"Eine Staatsaufsicht, die jede Sparkassen-Filiale kurz und klein durchsucht, aber bei einem Dax-Unternehmen in einen Dornröschschlaf fällt, die hat versagt.", kommentiert Guido Westerwelle am 7. Oktober im Bundestag die Arbeit der Aufsichtsbehörden Bundesbank und BaFin.

Die Krise auf den Finanzmärkten ist so schlimm wie seit der Großen Depression in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr. Die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems wird zurzeit massiv in Frage gestellt und mit ihr die Stabilität der Weltwirtschaft. Natürlich verunsichert die Finanzkrise auch die Bürger in Deutschland. Fragen, wie sicher unser Geld jetzt noch ist und wie lange die Wirtschaft im Nachhinein gebeutelt sein wird, stellt sich momentan jeder. Wir fassen für Sie die Antworten im Folgenden zusammen:

Wie sicher ist mein Geld?

Die Banken in Deutschland haben eigene Rettungssysteme, die so genannte Einlagensicherung. Sie sorgt im Fall der Insolvenz eines Instituts dafür, dass die Bankkunden entsprechend entschädigt werden. Klingt gut, doch der entscheidende Wehrmutstropfen dabei ist die Höhe der Entschädigung: laut Anlageentschädigungsgesetz vor der Krise nämlich nur 90 Prozent der Einlagen, maximal 20.000 Euro. Die EU-Finanzminister haben allerdings rechtzeitig Anfang Oktober 2008 reagiert und ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit denen sie die Folgen der Finanzkrise bewältigen sowie Sparer und Unternehmen schützen wollen. Dazu gehört auch die Anhebung der Einlagensicherung Deutscher Banken zunächst auf 50.000 Euro. Zusätzlich garantiert die Bundesregierung den Sparern eine weitere finanzielle Stützung für die Einlagen in Höhe von 1.300 Milliarden Euro. Angela Merkel versucht ersichtlich, uns Bundesbürger zu beruhigen und verspricht in einer Pressekonferenz vom 6. Oktober: „Die Bundesregierung sagt am heutigen Tag, dass wir nicht zulassen werden, dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des gesamten Systems wird.“

Die Einlagensicherung betrifft folgende Bankprodukte:

  • Girokonto, Tages- und Termingeldkonto, Sparbuch und -brief, da sie nicht zu der Konkursmasse der Bank gezählt werden
  • Geldmarktfonds, solange der Fonds in Euro, der Eurozone und ohne hochspekulative Zinspapiere angelegt wurde

Ebenfalls sicher sind Bundeswertpapiere, da sie vom Staat ausgegeben werden. Bei Aktien und Investmentfonds kann der Sparer auch beruhigt schlafen. Diese Anlagen gelten als Sondervermögen der Bankkunden und nicht in der Konkursmasse einer Bank enthalten.

Experten aus der Volkswirtschaft, wie Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe, sorgen sich vor allem um die Altersabsicherung. Die Finanzkrise wird zukünftig die Vermögenseffekte die Pensionskassen schrumpfen lassen. Das bedeutet, dass Vorsorgesparen in Zukunft einen noch höheren Stellenwert erhalten wird, um die Verluste möglichst wieder auszugleichen. Doch gilt es, erst einmal die Ruhe zu bewahren und abzuwarten.

Wirtschaftliche Einbußen


Trotz Einlagensicherung bleibt der bittere Nachgeschmack bestehen, dass es hier nicht alleine nur um das Ersparte auf dem Konto geht. Die aktuelle Finanzkrise wirkt sich gleichzeitig auf das zukünftige Weltwirtschaftswachstum aus. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Dominique Strauss-Kahn und seine Ökonomen prognostizieren für 2009 erhebliche Wachstumseinbußen in allen Ländern. Auch die Konjunktur in Deutschland strauchelt. Noch in diesem Jahr kann das Wachstum auf schlimmstenfalls nur einem Prozent fallen, befürchten Wirtschaftsexperten. Im kommenden Jahr werden die Auswirkungen der Finanzkrise erheblicher sein und die Bundesrepublik erstmal auf Strategien zu Schadensbegrenzung greifen müssen. Wie das ganze dann aussehen wird, weiß wohl noch keiner, denn alles, was zurzeit passiert, ist in Form und Ausmaß sehr komplex.

Die Realwirtschaft wird ebenfalls nicht verschont. Viele Wirtschaftszweige werden durch die Finanzkrise in Zukunft erheblich Federn lassen müssen, wie beispielsweise die bereits geschwächte Automobilbranche. Dort wird schon seit längerem die Produktion zurück gefahren. Der Anstieg der Spritpreise und die Aussicht, dass Rohöl eines Tages knapp wird, ist auch für Deutschlands Vorzeigebranche zur unangenehmen Last geworden. Viel wurde bislang investiert, um Motoren zu bauen, die weniger Sprit verbrauchen, anstatt langfristig zu denken und an Alternativen zu arbeiten. Zusätzlich schwächt jetzt die Finanzkrise den Automobilmarkt erheblich. Die finanziellen Mittel, um in die Öko-Autoproduktion zu investieren, werden zukünftig allen Konzernen, auch solche wie Daimler und BMW, fehlen. Denn erstens werden weniger Autos gekauft oder über Kredite verkauft. Die Bürger halten ihr Geld fest, verschieben lieber den Autokauf nach hinten und sind auch nicht bereit dazu, jetzt ein Darlehen aufzunehmen, um die neuen Karosserie vor der Haustüre zu sehen.

Und zweites wird das Fremdkapital teurer werden. Viele Banken halten genauso wie die Privatpersonen derzeit lieber ihre Bargeld fest, sofern noch vorhanden. Da gleichzeitig das Risiko besteht, das Banken in den kommenden Monaten die Kreditvergabe selbst an Großkonzerne zurück fahren oder wenn doch, die Zinsen deutlich anheben, müssen alle Firmen rechnen, inwieweit sie sich neue Investitionen leisten können. Und wenn dann beispielsweise ein großer Automobilkonzern wie Mercedes die Produktion länger auf Sparflamme halten muss, so werden angeschlossene Zulieferer ebenfalls in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Fazit:

Im Moment scheint es nicht mehr so wichtig zu sein herauszufinden, wer vor einem Jahr zuerst da war, die Konjunkturflaute oder die Finanzkrise, um dann den Schuldigen bestrafen zu können. Denn, wir alle leben in einem komplexen System, indem sich Finanzen, Arbeit und Wirtschaft gegenseitig bedingen. Gerät an einer Stelle ein Element in die Schieflage, so werden die anderen Systembausteine mit in Leidenschaft gezogen. Die verantwortlichen Marktakteure, wie Banken, Wirtschaftsunternehmen, Politik und Großinvestoren haben dem System sicherlich schwer geschadet. Aber aussichtslos ist die Lage nicht. Wichtig ist jetzt, dass die Verantwortlichen fortan peinlich genau darauf achten, dass die Menschen nicht auch noch das letzte Vertrauen in die freien Kräfte des Marktes verlieren. Denn das würde langfristig unser aller Wohlstand bedrohen.

Stand: Oktober 2008, alle Angaben ohne Gewähr!

Tages- und Festgeldkonten – Geld clever parken

Der gute alte Sparstrumpf hat schon lange ausgedient. Für das Girokonto gibt es entweder gar keine oder nur sehr niedrige Zinsen. Und beim Sparbuch reicht die Verzinsung von maximal 1,5 Prozent zumeist nicht mal aus, um die Inflationsrate auszugleichen. Umso erstaunlicher ist es, dass immer noch viele Verbraucher ihr Geld auf dem Sparbuch buchstäblich „verhungern“ lassen. Warum nicht eine clevere Alternative wählen und das Guthaben auf Tages- oder Festgeldkonten parken?

Tages- und Festgeldkonten sind für Sparer geeignet, die eine zeitlang ihr Geld sicher und ordentlich verzinst zur Seite legen wollen. Wer beispielsweise vorhat, zu einem späteren Zeitpunkt eine größere Anschaffung zu machen, kann sein Geld clever und sicher solange auf einem Tages- oder Festgeldkonto parken. Auch ideal, wenn eine Investitionsentscheidung ansteht, die noch reiflich überlegt werden muss, z.B. nach der Auszahlung aus einer Lebensversicherung. In diesem Fall kann das Geld erst mal auf ein Tagesgeldkonto flexibel „zwischengelagert“ werden.

Zins und Laufzeit

Tagesgeldkonten sind einfach zu verstehen: Dem Anleger steht sein Guthaben täglich zur Verfügung. Er geht kein Risiko ein, auch wenn die Zinsen beim Tagesgeldkonto variieren können, denn er selbst entscheidet, wann er das Geld abhebt oder nicht. Der Zinssatz wird gegebenenfalls - je nach Zinsniveau - am Geldmarkt angepasst. Wichtig ist zu beachten, in welcher Verrechnungszeit die Zinsen dem Konto gutgeschrieben werden. Um den Zinseszinseffekt optimal nutzen zu können, bietet sich eine kurze, bestenfalls monatliche Zinsausschüttung an.

Was dem Festgeldkonto aufgrund der vorher festgelegten Laufzeit an Flexibilität fehlt, gleicht die sichere, stabile Verzinsung wieder aus. Sie liegt meistens 0,5 bis, 0,75 Prozent höher als beim Tagesgeldkonto. Der vereinbarte Zinssatz bleibt während der gesamten Laufzeit garantiert. Idealerweise legt man sein Geld in einer Hochzinsphase an. Von den hohen Zinsen profitiert man dann auch noch, wenn die Zinsen später sinken – wie beispielsweise in der Wirtschaftskrise geschehen. Beim Tagesgeld geht in solch einem Fall der Zins sehr schnell in den Keller.

Referenzkonto

Bei beiden Produkten handelt es sich um reine Anlagenkonten. Das bedeutet, dass mit der Eröffnung ein Referenzkonto angegeben werden muss, über das der finanzielle Transfer läuft.

Einlagensicherung

Jedes Kreditinstitut in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, zur Sicherung der Kapitalanlagen ihrer Kunden in einer Entschädigungseinrichtung zu sein. Die gesetzliche Einlagensicherung der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken garantiert einen Sicherungsbetrag von 90 Prozent des Guthabens, allerdings nur bis maximal 20.000 Euro. Das mag für manch einen Sparer zu wenig Absicherung sein, falls das Kreditinstitut zahlungsunfähig werden sollte. Deswegen gehören viele Banken freiwillig dem Einlagesicherungsfond des Bundesverbands deutscher Banken an. Andere befinden sich zusätzlich im Haftungsverbund der jeweiligen Finanzgruppe. Ob so oder so, damit sind die Einlagen der Kunden zu 100 Prozent abgesichert.

Vorfälligkeitsentschädigung

Der Sparer eines Festgeldkontos muss bis zum Ende der Laufzeit warten, um an sein Guthaben zu kommen. Will er vorher an sein Geld, so kann das regelrecht schmerzhaft werden: Die Banken verlangen vom Kunden eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung, etwa in Form einer Strafgebühr. Manchmal muss der Sparer auch noch die Streichung eines Teils der bis dahin erwirtschafteten Zinsen hinnehmen.

Prolongation

Am Ende der Laufzeit des Festgeldkontos muss der Sparer entscheiden, das Konto zu verlängern, oder sich das Guthaben auszahlen zu lassen. Im Bankenalltag gibt es für die Prolongation, Verlängerung, zwei Möglichkeiten: eine automatische Wiederanlage oder die vom Sparer zu bestätigende Verlängerung. Bei beiden ist es wichtig, sich mindestens 14 Tage vor Ende der Laufzeit mit der Bank in Verbindung zu setzen.

Fazit

Tages- und Festgeldkonten sind eine wirklich clevere Alternative, sein Geld eine Zeit lang risikolos zu parken. Wer viel Wert auf Flexibilität legt, sein Geld also jederzeit zur Verfügung haben will, ist mit Tagesgeldkonten bestens versogt. Wer einen stabilen Zins haben möchte und sein Geld erst zu einem später fest stehenden Zeitpunkt benötigt, für den ist Festgeld die bessere Wahl.

Für weitere Informationen bieten folgende zwei Internetseiten eine gute Grundlage:

www.tagesgeldvergleich.de

www.tagesgeldkonto.de


Stand: Dezember 2009, alle Angaben ohne Gewähr

ABGELTUNGSSTEUER KOMMT 2009

Kabinett beschließt einheitliche Besteuerung von 25 Prozent auf alle Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne ab 2009.


Nach langem Hin und Her soll die neue Abgeltungssteuer nun im Jahre 2009 kommen. Zeit genug also, seine Anlagestrategie zu überdenken. Denn die neue Abgabe macht nicht nur vieles leichter, sondern hält ebenso viele Ausnahmen bereit. Was Sie als Anleger wissen müssen.

Die Einheitssteuer für alle Kapitalerträge

Die neue Abgeltungssteuer muss jeder zahlen, der ab Januar 2009 Kapitalerträge erzielt. Der Fiskus erhält dann 25 Prozent von Zinsen, Dividenden und Wertpapiergewinnen, sofern diese über dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro (1602 Euro für Verheiratete) liegen. Zu den 25 Prozent kommen dann noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer hinzu. Somit müssen Sparer mit rund 28,5 Prozent Abschlag rechnen.
Anders als in den meisten europäischen Ländern muss in Deutschland zukünftig auch der Wertzuwachs bei Wertpapieren versteuert werden. Mit einer Einschränkung bei Investmentfonds: Verkaufsgewinne von Fondsanteilen, die Anleger vor 2009 erworben haben, sind auch nach 2009 steuerfrei. Kein Grund also, sich jetzt schnell noch von seinen Investmentfonds zu trennen.

Einfach und doch kompliziert

Mit der Neuregelung wird die Steuerzahlung vereinfacht. Kreditinstitute und Banken behalten die 25 Prozent auf Kapitalerträge ein und überweisen den Betrag direkt an den Fiskus. Der Vorteil: Sie müssen Ihre Zinseinkünfte und Wertpapiererträge dann nicht mehr in der Steuererklärung angeben.
Wenn Ihr persönlicher Steuersatz allerdings unterhalb von 25 Prozent liegt, können Sie die Differenz in der Steuererklärung zurückfordern. Zunächst wird Ihre Bank allerdings die 25 Prozent an den Staat abführen. Beträgt Ihr persönlicher Steuersatz beispielsweise 15 Prozent, erhalten Sie erst im darauf folgenden Jahr die zu viel gezahlten zehn Prozent vom Finanzamt zurück.

Gewinner und Verlierer

Von der neuen Steuer profitieren können Anleger mit einem hohen Steuersatz. Diese müssen derzeit ihre Zinserträge oberhalb der Freibetragsgrenze mit ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Mit der Neuregelung sind dann nur noch 25 Prozent fällig, statt beispielsweise 42 Prozent Spitzensteuersatz.
Aber auch bei den Anlageformen gibt es Gewinner und Verlierer. Aktien beispielsweise dürften an Attraktivität verlieren. Schließlich müssen ab 2009 auch deren Kursgewinne versteuert werden – unabhängig davon, ob die Papiere über ein Jahr gehalten werden. Hinzu kommt, dass auch noch das Halbeinkünfteverfahren für Dividenden entfallen soll. Das heißt, dass ab 2009 die Dividenden komplett steuerpflichtig sein werden und nicht mehr wie bisher nur zur Hälfte.

Vorteil Riester-Rente

Von der Abgeltungssteuer nicht betroffen ist die boomende Riester-Rente. Obwohl während der Einsparphase Zinsen erzielt werden, muss der Riester-Sparer darauf keine Abgeltungssteuer entrichten. Steuern fallen erst bei der Auszahlung an. Und da man als Rentner zumeist einen weit niedrigeren Steuersatz zahlen muss als während der Erwerbszeit, bleibt Riestern äußerst attraktiv.

Mit Verlusten gegensteuern

Positiv für Sparer wirkt sich die neue Regelung bei der Verlustverrechnung aus. Verluste aus Wertpapiergeschäften können Sie ab 2009 nicht mehr nur mit Gewinnen, sondern auch mit Zinsen und Dividenden verrechnen. So können Sie Altverluste noch bis zum Jahre 2013 übertragen und somit die Steuern auf Ihre Kapitalerträge Jahr für Jahr senken.
Verluste aus Wertpapierverkäufen können Sie über die Steuererklärung abrechnen. Haben Sie aber bei der gleichen Bank sowohl Erträge als auch Verluste erzielt, können Sie diese gleich von Ihrer Bank verrechnen lassen. Das reduziert Ihre Steuerlast, da die Bank entsprechend weniger ans Finanzamt abführt. Zusätzlicher Vorteil: Sie sparen sich den Eintrag in Ihre Steuererklärung.

Stand: Dezember 2008, alle Angaben ohne Gewähr

SO SPAREN SIE RICHTIG

Zeit ist Geld – eine Binsenweisheit, die aber umso wörtlicher zu verstehen ist. Denn gerade beim Vermögensaufbau spielt  Zeit eine Schlüsselrolle.

Wie die Statistik zeigt, sind die Deutschen gewissenhafte Sparer: durchschnittlich spart jeder im Monat 144 Euro – insgesamt existiert in Deutschland ein Gesamtvermögen von über vier Billionen Euro. 78 Prozent der Bevölkerung bezeichnen die finanzielle Absicherung ihrer Zukunft als ein wichtiges Lebensziel, allerdings haben ganze 40 Prozent noch gar nicht damit begonnen, regelmäßig Geld für die private Altersvorsorge zurückzulegen.
Dabei ist Zeit beim Sparen der entscheidende Faktor, dank des Zinseszinseffekts: Um einen Betrag von 100.000 Euro anzusammeln reichen bei einer Rendite von 7,5 Prozent im Jahr bereits 50 Euro pro Monat – bei einer Laufzeit von 36 Jahren. Hat man nur 20 Jahre Zeit, sind es bereits 200 Euro im Monat. Man sieht, jedes „gesparte“ Jahr zählt!

Ein langer Atem zahlt sich aus

Die Deutschen sparen zwar viel, aber leider falsch: Über ein Drittel des Geldes lagert ungenutzt auf Bankkonten mit geringen Zinssätzen, während nur zwölf Prozent in Investmentfonds oder Aktien investiert werden. Diese Investitionen am Aktienmarkt sind außerdem durch die fehlende Erfahrung der Anleger prozyklisch geprägt: Sie kaufen, wenn die Kurse steigen, und warten nach einer anhaltenden Phase fallender Kurse zu lange ab, bevor sie wieder investieren.

Dabei ist es gar nicht so schwer an der Börse das gewünschte Ergebnis zu erzielen, wenn man ein paar grundlegende Dinge beherzigt: Zunächst einmal gilt, wer seine Anlage langfristig, d.h. über Jahre hinweg plant, kann Kursschwankungen „aussitzen“ und damit letztendlich auch eine bessere Rendite erzielen. Deshalb empfiehlt es sich auch, besser heute als morgen zu investieren – denn der Zinseszinseffekt macht sich auch hier bemerkbar: 100 gesparte Euro jeden Monat bei einer Rendite von 7 Prozent führen nach 15 Jahren zu einem Betrag von 31.200 Euro, nach 30 Jahren bereits zu 118.000 Euro. Doppelte Zeit – vierfacher Erfolg.

Wer regelmäßig spart, z.B. mit gleich bleibenden Beiträgen in einen Fondssparplan, dem kommt der Durchschnittskosteneffekt zugute: Denn Kursschwankungen sorgen dafür, dass der Anleger seine Anteile durchschnittlich günstiger erhält, als wenn er regelmäßig unterschiedliche Beträge für gleich bleibende Mengen Anteile investiert. Denn auf diese Weise werden bei hohen Preisen automatisch weniger Anteile gekauft und bei niedrigen Preisen dementsprechend mehr. Zwischenzeitlich sinkende Kurse verwandeln sich so in einen Vorteil. Mit dieser Strategie verhält sich der Anleger konsequent antizyklisch.

Ökonomisch denken – Risiken verteilen

Das klingt zwar alles unglaublich kompliziert, ist es aber nicht. Trotzdem lassen sich viele vom Fachchinesisch entmutigen und resignieren. Das muss jedoch nicht sein, denn mit Geld umzugehen ist genauso erlernbar wie Schwimmen oder Fahrrad fahren. Die Hemmschwelle muss überwunden werden - am besten durch das Gespräch mit einem kompetenten Berater. Fragen Sie sich immer: Was bringt mir das? Was könnte ich erhalten, wenn ich dieses oder jenes tue? Wenn Sie diese einfachen Fragen verinnerlichen, beherrschen Sie bereits die Grundzüge ökonomischen Denkens.

Nicht minder wichtig ist die Frage: Wie können Ihre Ertragserwartungen und Risikobereitschaft in Ausgleich gebracht werden? Das Zauberwort hierfür lautet Risikostreuung: Ihr gesamtes Investitionsvolumen sollte möglichst breit gefächert sein. Verteilen Sie es auf mehrere Anlageformen, wie Geldmarkt, Anleihen und Aktien. Die Bandbreite der angebotenen Finanzprodukte, wie Zertifikate, ETF’s oder Indexfonds, erlauben dabei eine strategisch kluge Verteilung Ihres Kapitals.

Auch der eigentliche Aktienanteil sollte möglichst diversifiziert und über den Gesamtmarkt verteilt werden. Sinnvoll ist hierbei eine gedankliche Aufteilung des Aktienpakets in einen Kern- und einen Meinungsbereich. Der Kernbereich sollte ein hohe Bandbreite von verschiedenen Wirtschaftszweigen aus mehreren Weltregionen umfassen und nach Möglichkeit nicht kurzfristig angetastet werden. Im Meinungsbereich hingegen können Sie in risikofreudigere Bereiche investieren, wie Emerging Markets und innovative Branchen wie Biotech- und IT-Werte. Dieser Bereich sollte dann auch häufiger an die aktuelle Marktsituation angepasst werden.

Diese Aufteilung bewahrt Sie vor allem vor unüberlegtem Zocken, was auf die Dauer Ihr Wertpapierdepot nur schädigen würde. Wie Sie Kern- und Meinungsbereich anteilsmäßig gewichten, hängt ganz von Ihrer persönlichen Risikoneigung ab.

Besser heute als morgen

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Auch die Altersvorsorge sollte möglichst frühzeitig in Ihre Lebensplanung einbezogen werden, am besten bereits mit der Ausbildung. Denn Ausbildung und Berufserfahrung bestimmen Ihr Einkommen – und damit die Quelle Ihres Vermögensaufbaus. Das heißt, je früher der Grundstein für ein erträgliches Einkommen gelegt wird, desto länger kann ein hoher Zahlungsstrom fließen.

Allerdings bedeutet es noch etwas anderes, das vielen nicht bewusst ist: Ihre eigene Arbeitskraft ist ein Vermögenswert. Das größte und auch sicherste Kapital, das Sie besitzen und auch schützen sollten, z. B. durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Setzen Sie Ihr Kapital nach bestem Wissen ein, denn es ist bares Geld wert. Sie sollten es sich ebenfalls wert sein.
Zum Schluss nun noch ein paar Ratschläge, die Sie immer beachten sollten:

  • Nichts überstürzen: wenn Sie eine neue Anlagemöglichkeit sehen, schlafen Sie noch eine Nacht darüber. Soviel Zeit muss sein.
  • Misstrauen Sie „heißen Tipps.“ Profitable Investitionsmöglichkeiten zu finden ist harte Arbeit, die niemand einfach verschenkt.
  • Wägen Sie die Risiken sorgfältig ab. Eine hohe Rendite bedeutet auch ein hohes Risiko.
  • Fragen Sie sich: Wie schnell und mit welchem Aufwand ist Ihr Einsatz in einer Anlage wieder für Sie verfügbar, wenn Sie verkaufen wollen?
  • Oberste Priorität hat für Sie „Rentabilität“ und nicht „Steuerersparnis.“ Treffen die versprochenen Vorteile überhaupt auf Ihre eigene Steuersituation zu? Ist das Projekt auch ohne diese rentabel?
  • Achten Sie auf Seriosität. Zwielichtige Angebote im Briefkasten und dubiose Empfehlungen per E-Mail sollten Sie besser ignorieren.
  • Lassen Sie sich beraten; nicht nur von professionellen Fachleuten, sondern auch von den Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld. Ein Blick über den Tellerrand liefert mitunter den entscheidenden Hinweis.
  • Informieren Sie sich regelmäßig über die Fachpresse. Dafür reicht schon eine Stunde im Monat.
  • Und zu guter letzt: Haben Sie Selbstvertrauen, wenn es um Ihr Geld geht. Vertrauen Sie auf Ihren eigenen ökonomischen Instinkt.


Stand: Dezember 2009, alle Angaben ohne Gewähr

GESCHLOSSENE FONDS

Steuern sparen und hohe Renditen erzielen mit geschlossenen Fonds – nur ein Vergnügen für Superreiche? Weit gefehlt, mittlerweile können auch Normalanleger die Chancen dieser Anlageklasse nutzen. Die Angebotspalette ist jedoch für unerfahrene Anleger meist nur schwer zu durchschauen. Neben den bekannten geschlossenen Immobilienfonds werden u.a. Schiffs-, Medien- und Windkraftfonds angeboten.
 
Das Prinzip ist dabei immer gleich: Mehrere Anleger stellen Eigenkapital für ein Großprojekt, z.B. den Bau eines Einkaufszentrums, zur Verfügung und werden dadurch Miteigentümer an einer Gesellschaft, mit allen Chancen und Risiken. Bei geschlossenen Fonds wird, im Gegensatz zu Aktienfonds, nur eine begrenzte Anzahl an Anteilen verkauft, bis ausreichend Eigenkapital zur Verfügung steht. Dieses Kapital ist dann für eine festgelegte Laufzeit gebunden.
 
Diese Vorteile eines geschlossenen Fonds erkauft sich der Anleger mit einem teilweise höheren Risiko, da er sich unternehmerisch an einem Investitionsvorhaben beteiligt. Bedenken Sie: Theoretisch ist auch ein Totalverlust möglich. Damit dies nicht passiert, sollten Sie sich von einem erfahrenen Finanzdienstleister beraten lassen. Diese bieten auch nicht nur Produkte eines einzigen Initiators an und können somit ein für Sie individuell passendes Angebot herausfiltern und Sie objektiv beraten. Schwarze Schafe enttarnen sich hingegen dadurch, dass sie Risiken herunterspielen und Ihnen das Blaue vom Himmel versprechen. Hier gilt: Kein Abschluss unter Zeitdruck oder am Telefon.

Vom Steuer- zum Renditeobjekt

Die Steuersparmöglichkeiten von geschlossenen Fonds wurden in der letzten Zeit zunehmend eingeschränkt. Eine der ersten Amtshandlungen der großen Koalition war, Ende 2005 das Steuerschlupfloch „geschlossene Fonds“ zu schließen. Seitdem können Verlustzuweisungen nicht mehr mit anderen Einkommensarten verrechnet werden. So kann ein Anleger beispielsweise Verluste aus Medienfonds nur noch mit Gewinnen aus anderen Medieninvestitionen verrechnen. Um so wichtiger ist deshalb fortan der wirtschaftliche Erfolg eines Beteiligungsprojektes.

So vielfältig das Angebot ist, so verschieden sind auch die Chancen und Risiken einer Fondsanlage. Zwei Beispiele. Geschlossene Immobilienfonds erwirtschaften in der Regel Renditen von 5 bis 10 Prozent pro Jahr, bei meist überschaubarem Risiko. Denn sie investieren in werthaltiges Realvermögen, wie Bürogebäude oder Multiplexkinos. Risiken sind in erster Linie ein möglicher Wertverfall und Mietausfall. Ob die Fondsinitiatoren z.B. zukünftige Mieteinnahmen realistisch kalkulieren, können Sie bei Spezialisten wie den Beratern der Verbraucherzentralen erfragen.
 

Tipps:

  • Kaufen Sie nur bei erfahrenen Finanzdienstleistern, die Fonds von verschiedenen Fondsgesellschaften anbieten
  • Vorsicht ist geboten bei sehr geringen Mindestbeteiligungen unter 15.000 Euro
  • Seriöse Berater und Fondsinitiatoren weisen auf die Risiken der jeweiligen Projekte hin
  • Keine Investition in GbR-Fonds, achten Sie auf eine Haftungsbeschränkung.

Stand: Dezember 2009, alle Angaben ohne Gewähr

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